Schluckbeschwerden, auch Dysphagie genannt, betreffen viele Menschen, insbesondere im Alter oder aufgrund von Erkrankungen wie Schlaganfällen oder anderen neurologischen Krankheiten. Schon kleine Störungen können dazu führen, dass Essen und Trinken erschwert sind oder sogar gefährlich werden. Umso wichtiger ist eine Ernährung, die angepasst, sicher und gleichzeitig genussvoll ist.
Mein Name ist Sandro Koch. Seit über 15 Jahren schlägt mein Herz für die Dysphagiekost. Doch mein Weg begann nicht in einer Küche, sondern mit einem sehr persönlichen Erlebnis. Als ich meine Grossmutter im Altersheim besuchte, war sie bereits an Demenz erkrankt. Eines Tages wurde ihr das Essen serviert: drei undefinierbare Häufchen auf einem Teller. Fleisch, Gemüse, Beilage alles püriert, aber lieblos angerichtet. Ihre Reaktion werde ich nie vergessen: Verunsicherung und Ablehnung. Keinen einzigen Bissen hat sie gegessen. In diesem Moment wurde mir klar, dass Essen weit mehr ist als reine Nährstoffaufnahme. Essen bedeutet Emotion, Erinnerung und Lebensqualität. Genau dort begann meine Mission. Ich wollte zeigen, dass püriertes Essen nicht nur funktional sein muss, sondern auch schön, appetitlich und geschmacklich hochwertig sein kann. Durch meine Teilnahme an kulinarischen Wettbewerben, bei denen ich unter anderem Olympiasieger und Vizeweltmeister wurde, konnte ich mein Können stetig weiterentwickeln. Besonders das Thema Fingerfood hat mich zusätzlich inspiriert, neue Wege zu gehen und kreative Lösungen zu finden. Mein Antrieb geht weit über die Küche hinaus. Es sind Begegnungen wie jene mit Sevin, einem jungen Mädchen, das aufgrund ihrer Erkrankung ausschliesslich pürierte Nahrung zu sich nehmen kann. Zu ihrem 16. Geburtstag durfte ich ihr einen speziell für sie zubereiteten Kuchen servieren. Ihre Tränen der Freude haben mir einmal mehr gezeigt, warum ich das tue.
Heute setze ich mich mit voller Überzeugung dafür ein, die Dysphagiekost in der Schweiz nachhaltig zu verbessern. Ich habe bereits über 50 Altersheime geschult, war in Österreich, Deutschland und der Slowakei tätig und durfte mein Wissen in Kliniken und Einrichtungen weitergeben. Mein Ziel ist klar: ein einheitlicher, qualitativ hochwertiger Standard für pürierte Kost in Altersheimen, Spitälern und überall dort, wo Menschen darauf angewiesen sind. Denn Essen ist oft der Höhepunkt des Tages gerade für Menschen in Pflegeeinrichtungen. Besonders wichtig ist mir auch die enge Zusammenarbeit mit allen Fachpersonen rund um die Patientinnen und Patienten. Der Austausch mit der Logopädie, der Pflege, den Ärztinnen und Ärzten und auch mit der Diätküche ist entscheidend. Nur wenn alle Hand in Hand arbeiten, kann die Ernährung optimal auf die Bedürfnisse abgestimmt werden und das bestmögliche Resultat für den Bewohner oder die Patientin entstehen. In der Dysphagiekost ist es entscheidend, auf die richtige Konsistenz, eine hohe Nährstoffdichte und die individuelle Anpassung zu achten. Speisen müssen sicher schluckbar und gleichzeitig geschmacklich überzeugend sein. Moderne Techniken machen es möglich, Struktur, Form und Geschmack zu erhalten, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Ich möchte besonders junge Köchinnen und Köche motivieren, sich diesem wichtigen Thema anzunehmen. Mit wenig Aufwand lässt sich oft Grosses bewirken: ein Lächeln, ein Moment des Genusses, ein Stück Lebensqualität.
Auf meinen Social Media Kanälen als „Pürier Typ aus der Schweiz“ teile ich meine Erfahrungen und erreiche täglich Menschen weit über die Landesgrenzen hinaus. Das motiviert mich, weiterzumachen, besser zu werden und mein Wissen weiterzugeben. Auf mehrfachen Wunsch erstelle ich eine Dysphagie-Broschüre mit Rezeptheft, welche in Kürze erscheinen wird.
Sandro Koch, der Pürier Typ aus der Schweiz
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